Im März 2010 brachte UbiSoft endlich den zweiten Teil des Schleich-Abenteuerspiels Assassins Creed auch für den PC auf den Markt. Schon 3 oder 4 Monate davor durften sich X-Box und PS3 Inhaber an der Augenweide sattsehen, aber nun war es auch für passionierte PC-Spieler wie mich soweit.
In der Assassins Creed Reihe schlüpft man in der nahen Zukunft in die Rolle des unscheinbaren Desmond der – so erfährt man im ersten Teil – von einer seltsamen Geheimorganisation gefangen genommen wird weil er angeblich von einer alten Auftragsmörder-Familie abstammt und sich in seinen Genen Erinnerungen beinhalten die von hohem Wert sind. Mit Hilfe eines Hirn-Erinnerungs-Nachforschungs-Gizmos, genannt dem „Animus“, spielt man diese alten Szenen nach. Im ersten Teil war das die Rolle des Altaïr der sich im 12. Jahrhundert durch das Heilige Land kämpft und meuchelt.
Vom grundlegenden Spielprinzip hat sich zum ersten Teil nicht viel verändert. Der Hauptcharakter ist in den Erinnerungsszenen, die über 90% der Spielzeit einnehmen, ein höchst agiler Assassine der sich mit Schwert, Dolch, Wurfmessern, verborgenen Waffen und ähnlichem Werkzeug durch die Gegend schleicht und springt um niederträchtige Zielpersonen zu eliminieren – for the greater good!
Im zweiten Teil der Trilogie übernimmt man nun die Rolle des Ezio Auditore, Sohn eines wohlhabenden Italieners, der zu Beginn des Spiels eher ein draufgängerischer Lustmolch ist. Seine wahre Natur, nämlich kaltblütiges Ermorden, darf man im Verlauf des Spiels nach und nach entwickeln, ausbauen und letztlich perfektionieren.
Größter Schwachteil im ersten Teil waren die extrem repetitiven Missionen: Geh in die Stadt, töte denjenigen. Danach geh in die andere Stadt und töte diesen dort, etc.
Das interessanteste war dabei eher die Geschichte des Assassinenordens der sich gegen die Gruppierung der Templer stellt. Diese suchen uralte Artefakte die ihnen (angeblich) große Macht verleihen werden.
Nun aber zum zweiten Teil, indem so ziemlich alles verbessert wurde was man am ersten Teil bemängeln könnte.
Assassins Creed 2 ist in meinen Augen nahezu rundum makellos. Das hervorstechendste ist dabei mit Sicherheit die Grafik. Das Spiel siedelt sich im Italien des 15. Jahrhunderts an – genauer gesagt in der Toskana - und wenn man diese Gegend einmal besucht hat, fühlt man sich beim Spielen schlagartig dorthin versetzt. War der erste Teil schon beeindruckend, so glänzt Teil 2 mit wirklich atemberaubenden Kulissen, flüssigen Animationen und einer wundervollen detailverliebtheit. Bilder sagen mehr als Worte:
Vom Spielprinzip selbst hat sich wie gesagt im Groben nicht viel verändert. Jedoch wurde das Spieldesign sehr verfeinert und mit genau der Würze gespickt die im ersten Teil fast vollständig fehlte: Abwechslungsreichtum.
Die Missionen sind nicht mehr nur ein Auftragsmord nach dem Anderen, nein, man darf auch zuweilen Gefangene befreien, Lauschangriffe starten, Katakomben durchstöbern und ähnliche Dinge. Diese Missionen selbst sind teils geskriptet und durchweg in die Story eingebettet, so dass es einen flüssigen Storyverlauf gibt, den man durchspielt.
Dazu gibt es noch zahlreiche Sammelmöglichkeiten, von den aus dem ersten Teil übernommen Aussichstpunkten und Federn über weitere Waffen bis hin zu Geld, das man dann im eigenen Versteck – einer schnuckeligen Villa samt Dorf – zum Ausbau von Gebäuden und Geschäften verwenden kann. Einige optionale Geheimnisse gibt es dann auch noch zu erkunden die aber zuviel verraten würden.
Rundum gesehen ist dieses Spiel für mich (bislang) das Spiel des Jahres 2010. Das Gesamtkonzept funktioniert einfach. Die Grafik ist überwältigend, die Story macht Spaß, ist abwechslungsreich und erzählt eine in sich geschlossene Geschichte und das Gamedesign drumherum gibt genug Freiraum und Motivation um sich selbst auszusuchen ob man nun eine Storymission oder einen Nebenauftrag machen möchte.
Durchweg: Daumen hoch!
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